Wissenschaft - Kunst & Medizin

Kunsttherapeutische Arbeit von Peter Zimmermann

Artikel, Studien & Downloads:

Künstlerische Therapien: Wege zur psychosozialen Gesundheit

Deutsches Ärzteblatt 2000; 97(14)

Autor: Petersen, Peter

 

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Auflistung von Wirksamkeitsstudien nach EbM (Evidence based Method) und Literatur in den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften)

 

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Das Wissen um die heilende Wirkung künstlerischer Tätigkeit ist vor etwa hundert Jahren den modernen Medizinern wieder bewusst geworden; sie haben es in der Folge auch in zunehmendem Maße erfolgreich genützt.

 

Gerade im Wien des 20. Jahrhunderts spielte die enge Beziehung dieser zwei Disziplinen eine wichtige Rolle für die Entwicklung der modernen Kunst aber auch der modernen Medizin. So hat es der in Wien geborene Hirnforscher und Nobelpreisträger Erik Kandel in seinem Buch „Das Zeitalter der Erkenntnis“ analysiert und (1/Literaturverweise) dargestellt.

 

Obwohl seitdem ein fruchtbares, dynamisches Wechselverhältnis zwischen Kunst und Medizin erkennbar ist, wird bisher keine ausreichende, geregelte und vertrauenswürdige Verbindung der beiden Gebiete angestrebt.

 

Die seit Mitte des 20. Jahrhundert etablierte Kunsttherapie in der Psychiatrie (2, 3), erreicht heutzutage wachsende Bedeutung in der Psychosomatik (4), Onkologie/Hämatologie(5), Schmerztherapie (6, 7), Pädiatrie (8), Neurologie (9, 10), Geriatrie (11, 12), etc. Diese Therapieformen werden jedoch an den österreichischen Medizinischen Universitäten nicht unterrichtet. Es gibt einige Beispiele für die Ausbildung zur Musiktherapie an den Musik-Universitäten in Wien und Graz. Die Ausbildung von Therapeuten in anderen Formen der Kunst-therapie wird nur in privaten Instituten angeboten.

 

Die meisten Patienten sind in Österreich von diesen Therapieformen ausgeschlossen.

 

Die moderne Forschung zeigt wie wichtig der Einsatz der Künste im Heilungsprozess ist. Diese eindeutige Notwendigkeit veranlasste einige Medizinische Universitäten, wie z. B. das Medical College der Thomas Jefferson University in Philadelphia, die Kunst in die Ausbildung der Ärzte zu integrieren (13). Wir glauben, dass Ärzte nicht nur Kunst-sammler sein sollen, sondern sich auch durch einen kreativen Prozess weiter entwickeln können.

 

Glücklicherweise wurde die Notwendigkeit der Kunst in österreichischen Spitälern erkannt. Denn mit der Kunst stehen weitere Möglichkeiten zur Verbesserung des Wohlbefindens der Patienten, des Pflegepersonals, der Familien, der Besucher, der Mitarbeiter, der Studenten sowie der Gemeinschaft zur Verfügung.

 

Wir wollen die Forschung zu den Auswirkungen von Kunst und Kultur im medizinischen Umfeld sowie die Ergebnisse von Studien zu diesen Themen zusammenfassen und auswerten um den Einsatz von Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der medizinischen Betreuung zu fördern.

 

Wir suchen die Interaktion mit lokalen, nationalen und internationalen medizinischen und künstlerischen Organisationen in einer konstruktiven und gegenseitig vorteilhaften Art und Weise für die gemeinsame positive Beeinflussung von Kunst und Medizin.

 

(Autor: Prof.Dr. Heber Ferraz Leite)

Literaturverweise:
 

  1. E. Kandel: The Age of Insight: The Quest to understand the Unconscious in Art, Mind and Brain from Vienna 1900 to the Present. Random House. 2012
     

  2. F. von Spreti, H. Förstl (Hrsg.): Kunsttherapie bei psychischen Störungen. Urban & Fischer, München 2005
     

  3. L. Navratil: Die Künstler aus Gugging. Medusa, Berlin/Wien 1983
     

  4. P. Martius, F. von Spreti, P. Henningsen (Hrsg.): Kunsttherapie bei Psychosomatischen Störungen. Urban & Fischer, München 2008
     

  5. W. Henn, H. Gruber (Hrsg.): Kunsttherapie in der Onkologie. Claus Richter, Köln 2004
     

  6. Eva Bojner Horwitz: Dance/Movement Therapy in Fibromyalgia Patients: Aspects and Consequences of Verbal, Visual and Hormonal Analyses. Acta Universitatis Upsaliensis, Uppsala 2004
     

  7. Favara-Scacco, Smirne, Schiliro, DiCataldo: Art Therapy as support for children with leukemia during painful procedures. In: Medical and Pediatric Oncology. Jg. 36, 4/ 2001, S. 474–480
     

  8. Siegel J, Iida H, Rachlin K, Yount G:  Expressive Arts Therapy with Hospitalized Children: A Pilot Study of Co-Creating Healing Sock Creatures. J Pediatr Nurs. 2015 Sep 14. pii: S0882-5963(15)00273-0
     

  9. Bradt J, Magee WL, Dileo C, Wheeler BL, McGilloway E.: Music therapy for acquired brain injury. Cochrane Database Syst Rev. 2010 Jul 7;(7):CD006787
     

  10. Raglio A, Attardo L, Gontero G, Rollino S, Groppo E, Granieri E.: Effects of music and music therapy on mood in neurological patients. World J Psychiatry. 2015 Mar 22;5(1):68-78
     

  11. M. Ganß, M. Linde (Hrsg.): Kunsttherapie mit demenzkranken Menschen. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2004
     

  12. Ingeberg MH1, Wikstrøm BM, Berg A.: The essential dialogue: a Norwegian study of art communication in mental health care. J Psychosoc Nurs Ment Health Serv. 2012 Aug;50(8):22-30
     

  13. Sheila Naghshineh, Janet P. Hafler,  Alexa R. Miller,  Maria A. Blanco, Stuart R. Lipsitz, Rachel P. Dubroff, Shahram Khoshbin, Joel T. Katz: Formal Art Observation Training Improves Medical Students’ Visual Diagnostic Skills. J Gen Intern Med. 2008 Jul; 23(7): 991–997

Österreichische Gesellschaft 

für Kunst und Medizin

 

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