Kunsttherapie

Was ist Kunsttherapie?

Kunsttherapie ist inzwischen auch in Österreich ein bewährter Therapieansatz, der sich durch die Anwendung verschiedener künstlerischer Medien (Malerei, Bildhauerei, etc., …) bei der Begleitung von hilfesuchenden Menschen auszeichnet. Das Potential im kunsttherapeutischen Prozess liegt in der Erweiterung der Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit zwischen Therapeut/in und Klient/in begründet.

Generell unterscheidet sich die Kunsttherapie durch die Beziehungstriade Therapeut/in, Klient/in und Ästhetisches Objekt (Bild, Skulptur, Text, …) von den dualen Therapieformen (z.B. psychotherapeutische Gesprächstherapie oder das psychologische Beratungsgespräch). Es entsteht ein gestalterisch/künstlerischer Beziehungs- oder Resonanzraum.

Kunsttherapeutische Beziehungstriade

 

Es wird von der Annahme ausgegangen, dass die Durchgestaltung am ästhetischen Objekt gleichzeitig eine geistig/seelische/psychische Auseinandersetzung mit den entsprechenden Inhalten ist. Indem ein innerer Konflikt sichtbar (künstlerischer Ausdruck) und begreifbar wird, eröffnet sich ein Handlungsspielraum, der neue Perspektiven und Bearbeitungsmöglichkeiten anbietet.

Durch gestalterisches aktives Handeln mit bildnerisch/künstlerischen Materialien wird das Erproben und Entwickeln individueller Ausdrucksmöglichkeiten (bewusster- und unbewusster Inhalte) im gestalterischen Beziehungsraum möglich. Dadurch unterstützt die Kunsttherapie gezielt die Ressourcenaktivierung und aktive „Problem“ -bewältigung durch Reflexionsprozesse auf den unterschiedlichsten Gestaltungsebenen. Es entsteht ein Entwicklungs- und Gestaltungsprozess der besonderen ART.

Für die Anwendung der Kunsttherapie in unterschiedlichen klinisch-medizinischen, psychosozialen, sozialen, pädagogischen und heilpädagogischen Berufsfeldern hat sich ein breites Spektrum an Interventionsansätzen entwickelt. Weltweite Studien und Forschungsberichte belegen die Wirksamkeit durch kunsttherapeutische Begleitung für die Gesundheit der Betroffenen Menschen. In Österreich hat sich die Kunsttherapie seit Beginn der ersten Ausbildungen im Jahr 1991 zunehmend etabliert und in sehr vielen Institutionen Anerkennung, vor allem durch die Ärzteschaft, gefunden. Selbst in Unternehmen finden künstlerisch-therapeutische Angebote Beachtung.

Ziele der ÖGKM für die Kunsttherapie:

  • Die ÖGKM unterstützt zurzeit die Bemühungen um eine gesetzliche Anerkennung der Kunsttherapie als eigenständiger therapeutischer Beruf.
     

  • Förderung von Lebens- und Handlungskompetenzen ist das innovative und einfühlsame Konzept von KUKI (Kunst hilft Kindern) mit gesundheitlichen Bedürfnissen und Herausforderungen. Kunst- und Kulturtechniken aus dem Bereich der Kunstpädagogik, der Kunsttherapie und empathische Beziehungsarbeit, mit erfahrenen Kunsttherapeutinnen und ExpertInnen, sichern eine wertvolle Unterstützung und Begleitung junger Menschen auf dem neuesten Stand pädagogischer Betreuung.
     

Textautor: Peter Zimmermann
 

Österreichische Gesellschaft 

für Kunst und Medizin

 

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